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Arbeiten im Pensionsalter: Neue Vorteile & neue Fragen für die Steuerberatung

Der Aktivitätsfreibetrag soll Arbeiten im Pensionsalter steuerlich attraktiver machen. Welche Berechnungen müssen Steuerberater:innen künftig anstellen, um Mandant:innen nicht nur einen Steuervorteil, sondern eine tatsächlich sinnvolle Entscheidung zu empfehlen? Steuerexperte Mag. (FH) Robert Baumert, Vortragender des Seminar Oberlaa, im Interview.

Wo liegen die häufigsten Fallstricke beim Zusammenspiel von Erwerbseinkommen, Pension, Progression und dem neuen Aktivitätsfreibetrag?
Für Menschen, die bisher parallel zur Pension gearbeitet haben, war die Abgabenlast meist sehr hoch. Sie kritisierten oft, dass sich das Arbeiten finanziell nicht auszahlt. Der neue Aktivitätsfreibetrag ändert diese Situation drastisch und stellt ein begünstigtes Einkommen von monatlich € 1.250 komplett steuerfrei. Wie viel davon tatsächlich bei den Betroffenen ankommt, zeigt erst die individuelle Berechnung.

Der Wegfall von Pensionsversicherungsbeiträgen klingt nach einem klaren Plus. Für wen gilt das wirklich, und welche Unterschiede ergeben sich zwischen Dienstnehmer:innen und Selbständigen?
Neben der steuerlichen Begünstigung des Aktivitätsfreibetrags entfallen ab dem Jahr 2027 auch große Teile der Pensionsversicherungsbeiträge. Diesen Vorteil können sowohl Dienstnehmer:innen als auch Selbständige nutzen. Wobei es dabei Unterschiede gibt, die Steuerberater im Beratungsgespräch verständlich machen müssen.

Wann rechnet sich ein Aufschub der Pension tatsächlich, und wann kann ein vorschneller Rat dazu für Mandant:innen finanziell nachteilig werden?
Der Aktivitätsfreibetrag steht nur jenen Personen zu, die ausreichend Versicherungsmonate gesammelt haben oder alternativ ihren Pensionsantritt verschieben. Unser Rechenmodell zeigt, dass sich das Aufschieben der Pension wirtschaftlich oft erst spät rechnet.  Hier kann eine sorgfältige Beratung vor einer Entscheidung mit langfristigen Folgen schützen.

Werden Steuerberater:innen ab 2027 verstärkt zur zentralen Anlaufstelle für die finanzielle Planung des Übergangs in die Pension – und welches Wissen brauchen sie dafür zusätzlich?
Steuerberater:innen sind in solchen Fragen sicherlich die beste Anlaufstelle. Das Beratungsspektrum könnte sich von der Steuerplanung für Selbständige auch in Richtung Klientenberatung für Personalabteilungen zu diesem Thema erweitern.



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