Jedes Jahr am 8. März wird der internationale Frauentag gefeiert– ein Tag, der weltweit Frauenrechte und generell Gleichstellung in den Mittelpunkt stellt. Der 8. März ist tatsächlich in mehreren Ländern ein offizieller Feiertag! In Ländern wie Georgien, Kasachstan, Russland und Vietnam haben Beschäftigte an diesem Tag frei. In Berlin wurde der Internationale Frauentag 2019 als gesetzlicher Feiertag eingeführt – als erstes deutsches Bundesland.
Doch was steckt eigentlich hinter diesem wichtigen Datum? Wie ist der Frauentag entstanden, und warum ist er so bedeutend?
Die Geschichte des Internationalen Frauentages
Der Ursprung des Frauentages geht auf das Jahr 1908 zurück, als rund 15.000 Frauen in New York für kürzere Arbeitszeiten, bessere Bezahlung und das Wahlrecht demonstrierten. Zwei Jahre später, 1910, forderte die deutsche Frauenrechtlerin und Sozialistin Clara Zetkin (1857 – 1933) auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen einen jährlichen Aktionstag für Frauenrechte. Sie setze sich ebenfalls stark für das Frauenwahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und Gleichstellung ein. Als Publizistin und Politikerin kämpfte sie gegen soziale Ungerechtigkeit und patriarchale Strukturen. Ihr Engagement hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die internationale Frauenbewegung und den Beginn des Internationalen Frauentags.
Auch Beispiele aus der Geschichte des Frauenwahlrechts zeigen den langwierigen Kampf um Mitbestimmung
- Neuseeland – 1893 (erstes Land weltweit mit Frauenwahlrecht)
- Finnland – 1906 (erstes europäisches Land)
- Deutschland – 1918
- Österreich – 1918
- Großbritannien – 1918 (zunächst nur für Frauen über 30, ab 1928 für alle)
- USA – 1920
- Schweiz – 1971 (auf nationaler Ebene; einige Kantone erst 1990)
- Liechtenstein – 1984 (eines der letzten europäischen Länder)
- Saudi-Arabien – 2015
Wie Islands Frauen Geschichte schrieben
Am 24. Oktober 1975 kam das öffentliche Leben in Island fast vollständig zum Erliegen – denn 90 % der Frauen legten für einen ganzen Tag ihre Arbeit nieder. Sie blieben der Arbeit fern, übernahmen keine Hausarbeit und kümmerten sich nicht um die Kinderbetreuung. Ihr Ziel: eindrucksvoll zeigen, wie unersetzlich ihre Arbeit für die Gesellschaft ist – und gegen die massive Ungleichbehandlung von Frauen protestieren.
Zu dieser Zeit verdienten isländische Frauen durchschnittlich nur die Hälfte dessen, was Männer für die gleiche Arbeit bekamen. Zudem war ihre politische Teilhabe minimal – im Parlament lag der Frauenanteil bei gerade einmal 5 %. Der Streik sollte ein Zeichen setzen, und das tat er mit enormer Wirkung: Nach diesem historischen Protest wurde 1976 ein Gesetz zur Gleichstellung der Geschlechter verabschiedet, und nur fünf Jahre später wählte Island mit Vigdís Finnbogadóttir die erste demokratisch gewählte Präsidentin der Welt.
Der Internationale Frauentag lädt nicht nur ein, über Gleichberechtigung nachzudenken, sondern auch Frauen zu würdigen, die die Welt nachhaltig geprägt haben. Folgend ein paar bemerkenswerte Frauen, die in der Rechtswissenschaft Geschichte geschrieben haben: