Warum Adverse Media Screening für Compliance-Teams unverzichtbar ist

Von: Thomas Becker

Compliance-Teams stehen zunehmend unter Druck, Risiken früher zu erkennen, Entscheidungen lückenlos zu dokumentieren und die regulatorischen Anforderungen aus Regelwerken wie dem UK Bribery Act, Geldwäschevorschriften und den Leitlinien der Financial Conduct Authority (FCA) zu erfüllen.

Ein klassisches Sanktionsscreening allein reicht heute nicht mehr aus. Aufsichtsbehörden achten zunehmend darauf, ob Unternehmen Reputationsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit Finanzkriminalität proaktiv identifizieren. Hier spielt Adverse Media Screening eine entscheidende Rolle.

Die Prüfung negativer Medienberichte hilft Compliance-Teams, Risikosignale aufzudecken, die in strukturierten Beobachtungslisten möglicherweise nicht erfasst werden. Indem sie frühzeitig auf potenzielle Risiken hinweist, trägt sie entscheidend zur Stärkung von Compliance-Programmen bei.

Was ist Adverse Media Screening?

Beim Adverse Media Screening werden Medienberichte und öffentlich zugängliche Informationen geprüft, um nachteilige Informationen über Personen oder Unternehmen zu identifizieren. Dazu gehören unter anderem Berichte über:

  • Finanzkriminalität
  • Betrug
  • Korruption
  • Sanktionsverstöße
  • Behördliche Ermittlungen und Maßnahmen
  • Rechtsstreitigkeiten
  • Kontroversen im Umwelt- oder ESG-Bereich
  • Rufschädigendes Fehlverhalten

Anders als Sanktionslisten können negative Medienberichte bereits auf Risiken hinweisen, bevor offizielle Ermittlungen oder Sanktionen eingeleitet werden. Dafür werden internationale Nachrichtenquellen, juristische Publikationen und weitere öffentlich zugängliche Daten ausgewertet, um potenzielle Warnsignale zu erkennen. So lassen sich Reputations- und Compliance-Risiken identifizieren, die über offizielle Beobachtungslisten hinausgehen.

Warum ist die Prüfung negativer Medienberichte wichtig?

Aufsichtsbehörden erwarten von Unternehmen einen risikobasierten Ansatz bei der Due Diligence. Nach beispielsweise dem UK Bribery Act und den Money Laundering Regulations müssen Unternehmen nachweisen, dass sie angemessene Maßnahmen zur Prävention von Finanzkriminalität ergriffen haben. Von Unternehmen, die der FCA-Aufsicht unterliegen, werden außerdem belastbare Systeme und Kontrollen erwartet.

Das Adverse Media Monitoring unterstützt Unternehmen dabei, diese Anforderungen zu erfüllen, indem es:

Die Financial Action Task Force (FATF) betrachtet die Prüfung negativer Medienberichte als wichtigen Bestandteil wirksamer Programme zur Geldwäscheprävention. Aufsichtsbehörden erwarten auch zunehmend kontinuierliche Überwachungen anstelle einmaliger Prüfungen. Adverse Media Screening unterstützt somit nicht nur die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, sondern auch eine lückenlose und belastbare Dokumentation für Prüfungszwecke.

Welche Risiken lassen sich durch Adverse Media Screening erkennen?

Negative Medienberichte helfen Compliance-Teams dabei, verschiedene Risikobereiche zu identifizieren:

  • Risiken im Zusammenhang mit Finanzkriminalität: Vorwürfe wegen Bestechung, Geldwäsche, Betrug oder Steuerhinterziehung.
  • Regulatorische Risiken: Untersuchungen der FCA, behördliche Maßnahmen oder Verstöße gegen Compliance-Vorgaben.
  • Reputationsrisiken: Öffentliche Kontroversen, die den Ruf und die Integrität einer Marke schädigen können.
  • ESG- und Governance-Risiken: Umweltverstöße, Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte oder Mängel in der Unternehmensführung.
  • Risiken durch Dritte: Bedenken im Zusammenhang mit Lieferanten, Vertriebspartnern oder anderen Geschäftspartnern. Werden solche Risiken frühzeitig sichtbar, können Unternehmen ihre potenzielle Gefährdung bereits vor der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung oder im Rahmen der laufenden Überwachung bewerten. Adverse Media liefert damit frühzeitig Erkenntnisse über rechtliche, finanzielle und reputationsbezogene Risiken.

Wie gelingt Compliance-Teams effektives Adverse Media Screening?

Eine wirksame Prüfung negativer Medienberichte setzt Folgendes voraus:

  1. Umfassende globale Abdeckung
    Zugang zu internationalen, nationalen und lokalen Quellen.
  2. Auswertung strukturierter und unstrukturierter Daten
    Kombination von Beobachtungslisten mit Erkenntnissen aus der Medienanalyse.
  3. Kontinuierliche Überwachung
    Risikoprofile verändern sich. Deshalb sollte die Überwachung nicht nach dem Onboarding enden.
  4. Klare Eskalationsprozesse
    Identifizierte Risiken müssen einheitlich dokumentiert und bewertet werden.
  5. Prüfungssichere Berichte
    Compliance-Entscheidungen sollten jederzeit nachvollziehbar sein.

Manuelle Prüfungen über öffentliche Suchmaschinen reichen häufig nicht aus. Relevante Quellen können übersehen werden, die Ergebnisse fallen möglicherweise uneinheitlich aus und eine belastbare Dokumentation fehlt. Für ein wirksames Adverse Media Screening ist deshalb ein strukturierter, dokumentierter und kontinuierlicher Ansatz erforderlich.

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Häufige Herausforderungen beim Adverse Media Screening

Compliance-Teams stehen häufig vor folgenden Herausforderungen:

  • Hohe Zahl falsch-positiver Treffer
  • Uneindeutige Namensübereinstimmungen
  • Zeitaufwendige manuelle Recherchen
  • Schwierigkeiten bei der Dokumentation von Entscheidungen
  • Fragmentierte Datenquellen

Ohne speziell dafür entwickelte Lösungen besteht die Gefahr, dass Prüfungen uneinheitlich und ineffizient durchgeführt werden.

Einige Lösungen auf dem Markt konzentrieren sich ausschließlich auf Sanktionsdaten. Andere verfügen weder über umfassende Medienarchive noch über leistungsfähige Filterfunktionen. Die richtige Technologie hilft dabei, irrelevante Treffer zu reduzieren und gleichzeitig die Nachvollziehbarkeit und Effizienz der Prüfungen zu verbessern.

Wie Nexis Diligence+ Compliance-Teams unterstützt

Nexis Diligence+ unterstützt Compliance-Teams dabei, negative Medienberichte schneller und zuverlässiger in ihre Due-Diligence-Prüfungen einzubeziehen.

Die Lösung bietet:

  • Zugang zu einem umfangreichen globalen Nachrichtenarchiv
  • Adverse Media Screening innerhalb eines zentralen Workflows
  • Erweiterte Such- und Filterfunktionen
  • Risikobasierte Kategorisierung
  • Funktionen zur kontinuierlichen Überwachung
  • Exportierbare, prüfungssichere Berichte

Compliance-Teams profitieren dadurch von:

  • stärkeren Kontrollen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Bestechung,
  • besser nachvollziehbaren Entscheidungen,
  • einem geringeren Zeitaufwand für manuelle Recherchen und
  • einer einheitlicheren Bearbeitung unterschiedlicher Fälle.

Durch die Verknüpfung strukturierter Risikodaten mit umfassender Medienintelligenz ermöglicht Nexis Diligence+ fundiertere Entscheidungen beim Onboarding und in der laufenden Überwachung. Compliance-Teams können Risiken aus negativen Medienberichten effizient identifizieren, bewerten und dokumentieren.

Die Prüfung negativer Medienberichte ist für Compliance-Teams längst kein optionaler Bestandteil der Due Diligence mehr. Sie gehört zu den zentralen Elementen eines risikobasierten Compliance-Ansatzes. Wenn Unternehmen Reputationsrisiken, regulatorische Risiken und Risiken im Zusammenhang mit Finanzkriminalität frühzeitig erkennen, können sie fundiertere Onboarding-Entscheidungen treffen, ihre Gefährdung reduzieren und eine verlässliche Unternehmensführung nachweisen. Nexis Diligence+ bietet die erforderliche Informationstiefe, Quellenabdeckung und Dokumentation, um Adverse Media Screening effizient und nachvollziehbar durchzuführen.

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Adverse Media Screening im Compliance-Kontext?

Beim Adverse Media Screening werden Nachrichten und öffentlich zugängliche Quellen geprüft, um negative Informationen über Personen oder Unternehmen zu identifizieren, die auf mögliche Compliance-Risiken hinweisen. Das Verfahren unterstützt die Geldwäscheprävention und regulatorische Due-Diligence-Prüfungen.

Ist Adverse Media Screening nach den Geldwäschevorschriften vorgeschrieben?

Auch wenn es nicht in jedem Fall ausdrücklich vorgeschrieben ist, erwarten die Aufsichtsbehörden von Unternehmen angemessene Maßnahmen zur Identifizierung von Risiken im Zusammenhang mit Finanzkriminalität. Adverse Media Screening gilt daher als anerkannte Best Practice innerhalb eines risikobasierten Ansatzes.

Wie häufig sollten Adverse Media Screenings durchgeführt werden?

Bewährt hat sich eine Prüfung während des Onboardings in Verbindung mit einer kontinuierlichen, am jeweiligen Risikoniveau ausgerichteten Überwachung. Bei Unternehmen oder Personen mit hohem Risiko können häufigere Prüfungen erforderlich sein.

Welche Grenzen haben manuelle Negative-News-Recherchen?

Bei manuellen Recherchen können relevante Quellen übersehen werden. Zudem können die Ergebnisse uneinheitlich ausfallen und es fehlt häufig an einer prüfungssicheren Dokumentation. Darüber hinaus sind solche Recherchen sehr zeitaufwendig.

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