Nutzen Sie diesen Button, um zwischen Hell- und Dunkelmodus zu wechseln.

Terrorismusforschung an der Universität Leiden: Wie globale Nachrichtendaten die Forschung unterstützen

Wie reagieren Regierungen auf Terrorismus – und wie passen sich terroristische Gruppen wiederum an? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines umfangreichen Forschungsprojekts am Institute of Security and Global Affairs (ISGA) der Universität Leiden.*

Graig Klein, Assistant Professor, sowie die Postdocs Marie-Therese Meye und Bastián González-Bustamante entwickeln einen globalen Datensatz zur Terrorismusbekämpfung, der KI, Nachrichtenarchive und die groß angelegte Analyse von Medieninhalten miteinander verbindet.

Das Projekt wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert und nutzt internationale Nachrichtendaten sowie den API-Zugriff von LexisNexis, um Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung länderübergreifend und im Zeitverlauf zu analysieren.

Eine zentrale Forschungslücke schließen

Zu Terroranschlägen stehen der Forschung bereits umfangreiche Datensätze zur Verfügung. Vergleichbare Informationen über staatliche Reaktionen auf Terrorismus sind bislang jedoch nur begrenzt verfügbar. Dazu erklärt Graig Klein: „Wir verfügen über gute Daten darüber, was Terroristen tun. Vergleichbare Daten zur Terrorismusbekämpfung fehlen uns jedoch.“

Das Team der Universität Leiden möchte diese Forschungslücke schließen, indem es Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung weltweit erfasst und analysiert. Ziel ist es, langfristig besser zu verstehen, wie Regierungen und terroristische Gruppen aufeinander reagieren und ihre Vorgehensweisen gegenseitig beeinflussen.

Warum Nachrichtendaten entscheidend sind

Viele Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung werden nur bruchstückhaft erfasst, sind politisch sensibel oder uneinheitlich dokumentiert. Internationale Medienarchive bieten daher eine der wenigen Möglichkeiten, sie weltweit und in großem Umfang zu untersuchen. Über die LexisNexis API ruft das Team dafür Tausende Artikel aus internationalen und lokalen Medienquellen ab und wertet sie aus. Marie-Therese Meye betont dabei die Bedeutung einer breiten Quellenbasis: „Besonders wertvoll ist für uns der Zugang zu verschiedenen lokalen Medienquellen – und nicht nur zu den großen westlichen Zeitungen.“

Case Study herunterladen

KI und menschliche Expertise verbinden

Das Projekt verbindet manuelle Kodierung und strukturierte Forschungsmethoden mit Large Language Models (LLMs). Zunächst werteten studentische Mitarbeiter einen Teil der Artikel anhand detaillierter Such- und Kodierungsrichtlinien manuell aus. Diese Ergebnisse dienen nun als Vergleichsbasis, um zu prüfen, wie zuverlässig die Modelle relevante Ereignisse zur Terrorismusbekämpfung und zentrale Angaben wie Akteure, Ort und Zeitpunkt auch in großen Datenmengen erkennen.

Das vom ERC geförderte Projekt läuft bis Ende 2028. Der entstehende Datensatz soll künftig dabei helfen, langfristige Entwicklungen zu untersuchen, Strategien verschiedener Länder zu vergleichen und möglicherweise auch Prognosemodelle zu unterstützen.

Sie möchten mehr zum Thema erfahren?

Lesen Sie die vollständige Case Study und erfahren Sie mehr über die Methodik, die Herausforderungen des Projekts und die weiteren Forschungsziele.

Jetzt lesen


*Finanziert von der Europäischen Union (ERC, TERGAP, 101116436). Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Verfasser und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder des Europäischen Forschungsrats wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.

Kontaktieren Sie uns

Email: kontakt@lexisnexis.de
Telefon: +49 211 417435-40