Welche Arten von OFAC-Sanktionen gibt es?
Die OFAC Beispiele für Sanktionslisten enthalten präzise Informationen zu den einzelnen Sanktionszielen der Vereinigten Staaten. Die sogenannte OFAC-Liste setzt sich aus den folgenden Listen zusammen:
Die SDN-Liste
In der Liste der „Specially Designated Nationals and Blocked Persons“, kurz SDN-Liste, stehen Personen und Unternehmen, die in bestimmten Regionen wie den Balkanstaaten oder Weißrussland eine Bedrohung der internationalen Stabilisierungsbemühungen darstellen beziehungsweise von Ländern kontrolliert werden, gegen die die Vereinigten Staaten Sanktionen verhängt haben.
Die CSL-Liste
Die Konsolidierte Sanktionsliste, aus dem Englischen „Cosolidated Sanctions List“ (CSL), enthält alle Sanktionsinformationen, die nicht in der SDN-Liste enthalten sind. Das sind unter anderem die:
- Foreign Sanctions Evaders List (FSE): Eine Liste von Personen, die wegen der Umgehung von US-Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran oder Syrien sanktioniert sind.
- Sectoral Sanctions Identifications List (SSI): Die Liste umfasst die OFAC-Sanktionen gegen Russland.
- Palestinian Legislative Council List (NS-PLC)
- Non-SDN Iranian Sanctions Act List (NS-ISA)
- und weitere.
Hinweis: Auch wenn es sich mit OFAC um Bestimmungen der USA handelt – die darin aufgeführten Sanktionen der OFAC-Liste richten sich ebenso an die EU und an Deutschland.
OFAC-Sekundärsanktionen
2014 musste die französische Großbank BNP Paribas fast neun Milliarden Dollar zahlen, weil sie die OFAC-Sanktionen gegen den Iran, Sudan und Kuba missachtet hatte. Grund dafür sind sogenannte Sekundärsanktionen, die die OFAC gegen Banken und Unternehmen verhängt, die sich auf Geschäfte mit Einrichtungen der OFAC-Liste einlassen.
50-Prozent-Regel
Die 50-Prozent-Regel des OFAC besagt, dass das Eigentum von Einrichtungen als gesperrt gilt, sofern es – direkt oder indirekt – zu mindestens 50 Prozent im Besitz einer oder mehrerer gesperrter Personen sind.
OFAC-Vorteile
Die Einhaltung der OFAC-Richtlinien bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Erstens schützt sie vor rechtlichen Konsequenzen und finanziellen Strafen, die aus Verstößen gegen internationale Sanktionsvorschriften resultieren können. Zweitens fördert die OFAC-Compliance das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit bei internationalen Geschäftspartnern, da sie zeigt, dass das Unternehmen sich an globale Standards hält. Drittens trägt sie zur Risikominderung bei, indem sie sicherstellt, dass alle Transaktionen und Geschäftsbeziehungen im Einklang mit den geltenden Vorschriften stehen. Schließlich stärkt die Einhaltung der OFAC-Richtlinien den Ruf des Unternehmens, da sie ein Engagement für ethisches und verantwortungsvolles Handeln signalisiert.
Was sind die OFAC-Anforderungen?
Vorgabe der OFAC ist es, der Sanktionslistenprüfung regelmäßig nachzukommen. Ebenso wichtig ist es, im Rahmen der Compliance alle Mitarbeiter für die Relevanz von Sanktionslisten zu sensibilisieren. OFAC selbst unterstreicht diese im „Framework for OFAC Compliance Commitments“. Dies zeigt die fünf zentralen Komponenten auf, die laut OFAC jedes Compliance-Programm erfüllen sollte:
1. Management Commitment
Die Unternehmensleitung muss ein risikobasiertes Compliance-Programm unterstützen und die richtigen Verhaltensweisen vorleben (Tone from the Top). Die Ernennung eines OFAC-Sanktionsbeauftragten wird empfohlen.
2. Risikoanalysen
Es muss eine routinemäßige Überprüfung von Dritten erfolgen. Es gilt, Kunden, Lieferanten, Produkte, Dienstleistungen sowie geographische Standorte hinsichtlich eines potenziellen Risikos zu bewerten.
3. Interne Compliance-Vorgaben und Kontrollen
Vorgaben und Kontrollen definieren geeignete Verfahren und minimieren Risiken.
4. Unabhängige Tests und Audits
Regelmäßige Prüfungen sollen Schwachstellen des Programms identifizieren und beheben.
5. Schulungen
Indem Mitarbeiter und gegebenenfalls Kunden und Lieferanten geschult werden, wird sichergestellt, dass die Risiken der Missachtung von Sanktionslisten von allen Beteiligten verstanden werden.
Wer die Sanktionssuche manuell durchführt, riskiert Ungenauigkeiten und Fehler – und somit auch ungewünschte Bußgelder. Mithilfe eines OFAC Sanktionslisten-Checks sparen Sie sich also nicht nur Nerven, sondern auch einen erheblichen Verwaltungsaufwand.
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