Wirtschaftlich Berechtigte

Im Rahmen von Due Diligence Checks spielt die Identifikation wirtschaftlich Berechtigter eine wichtige Rolle, um potenzielle Bedrohungen zu identifizieren.

Was ist ein wirtschaftlich Berechtiger?

Der wirtschaftlich Berechtigte (Englisch: ultimate beneficial owner (UBO)) ist ist eine natürliche Person, die die tatsächliche Kontrolle über die Führung eines Unternehmens ausübt oder auf dessen Eigentumsverhältnisse maßgeblichen Einfluss hat. Konkret definiert wird der wirtschaftlich Berechtigte in § 3 Absatz 1 GwG als "die natürliche Person, in deren Eigentum oder unter deren Führung ein Unternehmender Vertragspartner letztlich steht bzw. auf deren Veranlassung eine Transaktion letztlich durchgeführt wird und eine Geschäftsbeziehung schließlich begründet wird". Strukturen wie diese sind per se nicht illegal, werden aber häufig für verdeckte kriminelle Machenschaften ausgenutzt.

Laut Geldwäschegesetz gilt als wirtschaftlich Berechtigter jene Person, die unmittelbar oder mittelbar

  • über 25 % der Unternehmensanteile besitzt,
  • mehr als 25 % der Stimmrechte kontrolliert oder
  • auf ähnliche Weise eine wesentliche Kontrolle ausüben
Definition des Begriffs wirtschaftlich Berechtigte

Warum sollten Unternehmen wirtschaftlich Berechtigte ihrer Geschäftspartner kennen?

Die Offenlegung des wirtschaftlich Berechtigten ist für Unternehmen von großer Bedeutung, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorzubeugen. Durch das Geldwäschegesetz sind Unternehmen verpflichtet, wirtschaftlich Berechtigte von Kunden, Lieferanten und anderen Dritten zu ermitteln und die entsprechenden Daten an das Transparenzregister zu melden. Die Meldepflicht wirtschaftlich Berechtigter gilt für alle Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), Aktiengesellschaften und weitere Rechtsformen.

Nur so werden Sie internationalen Gesetzen zur Prävention von Geldwäsche, Korruption und Bestechung sowie Vorschriften zu Know-Your-Customer-Prüfungen gerecht. Kommen Sie diesen Vorgaben nicht nach, drohen enorme Bußgelder, Reputationsschäden und gegebenenfalls Freiheitsstrafen.

Leitfaden zu wirtschaftlich Berechtigten

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Welche Unternehmen müssen wirtschaftlich Berechtigte nennen?

Laut GWG sind so gut wie alle Unternehmen, Gesellschaften oder Vereinigungen dazu verpflichtet, wirtschaftlich Berechtigte zu nennen. Hierzu zählen Kredit- & Finanzinstitute, bestimmte Versicherungsunternehmen, Kapitalverwaltungsgesellschaften, Rechtsanwälte & Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Immobilienmakler.

Mögliche Rechtsformen sind dabei:

  • GmbH, UG haftungsbeschränkt, Limited, AG, SE
  • Eingetragene Personengesellschaften (z.B. OHV, KG, GmbH & Co. KG)
    Trusts
  • Nichtrechtsfähige Stiftungen, wenn der Stiftungszweck aus Sicht des Stifters eigennützig ist
  • Rechtsgestaltungen, die solchen Stiftungen in ihrer Struktur beziehungsweise Funktion entsprechen

Welche Herausforderungen gibt es bei der Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten?

Weltweit keine einheitliche Definition

Eigentümer kann sich ändern

Vorschriften entwickeln sich weiter

Wirtschaftlich Berechtigte zuverlässig zu identifizieren, ist nicht trivial, aber dennoch ein wichtiger Bestandteil der KYC-Prüfung zur Prävention von Geldwäsche. Ein Tool wie Nexis Diligence+ kann Ihnen dabei behilflich sein.

Wie können wirtschaftlich Berechtigte identifiziert werden?

Die Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten erfolgt anhand gesetzlich definierter Kriterien. Hierzu zählen Eigentums- und Kontrollstrukturen sowie die tatsächliche Ausübung der Kontrolle über die Geschäftsführung. Unternehmen müssen die relevanten Informationen zusammentragen und die Eintragung ins Transparenzregister vornehmen.

Aufgrund der gesetzlich geforderten Register wirtschaftlich Berechtigter, ist deren Identifizierung weitaus einfacher geworden, als sie es noch vor einiger Zeit war. Wenn auch nach Durchführung umfassender Prüfungen und ohne dass eventuell strafbare Handlungen nach § 43 Abs. 1 GwG vorliegen kein wirtschaftlich Berechtigter ermittelt werden kann, gilt als wirtschaftlich Berechtigter der gesetzliche Vertreter, der geschäftsführende Gesellschafter oder der Partner des Vertragspartners.

Mit einem Tool wie Nexis Diligence+ erhalten Sie Einblick in diese versteckte Interessensgruppe, die eine potenzielle Gefahr für Ihre Organisation darstellen kann. Durch die integrierten Daten von Dun & Bradstreet® identifizieren Sie wirtschaftlich Berechtigte von Millionen von Unternehmen weltweit.

Wie profitieren Sie von Informationen zu wirtschaftlich Berechtigten?

Sie identifizieren potenzielle Risiken und treffen so fundiertere Entscheidungen, ob Sie eine Geschäftsbeziehung wirklich eingehen sollten.

Sie befolgen Rechtsvorschriften zur Due Diligence und Prüfberichterstellung und tragen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität, Bestechung und Korruption bei.

Sie werden den gestiegenen Anforderungen zu Transparenz und guter Unternehmensführung seitens der Anleger und Verbraucher gerecht.

Gesetzgebung zu wirtschaftlich Berechtigten in der Europäischen Union

Bereits in der 4. EU-Geldwäscherichtlinie, die 2015 in Kraft trat, wurde ein zentrales Transparenzregister mit Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten gefordert (englisch Register of Beneficial Ownership – RBO).

Die 5. EU-Geldwäscherichtlinie befasste sich weiter mit der Transparenz und dem Zugang zu diesen Angaben, gefolgt von der 6. EU-Geldwäscherichtlinie, die im Dezember 2020 in Kraft trat. Diese fordert nun, dass alle EU-Mitgliedsstaaten ihre Register wirtschaftlich Berechtigter öffentlich zugänglich machen.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die wichtigsten Merkmale eines wirtschaftlich Berechtigten?

Ein wirtschaftlich Berechtigter ist die natürliche Person, die letztlich Eigentum oder Kontrolle über ein Unternehmen oder eine Struktur ausübt. Wichtige Merkmale sind unter anderem: ein direkter oder indirekter Besitz von mehr als 25 % der Anteile, Stimmrechte oder Kontrollrechte; die Möglichkeit, bedeutenden Einfluss auf Geschäftsentscheidungen auszuüben; sowie die Rolle als Begünstigter bei Trusts oder ähnlichen Konstruktionen. Diese Identifizierung ist zentral für KYC- und AML-Prüfungen.

Was ist der Unterschied zwischen PEPs und Wirtschaftlich Berechtigten?

Wirtschaftlich Berechtigte sind die natürlichen Personen, die Eigentum oder Kontrolle über ein Unternehmen oder Vermögen ausüben. PEPs hingegen sind Personen, die ein öffentliches Amt innehaben oder innehatten und daher aufgrund ihrer politischen Funktion ein erhöhtes Risiko für Geldwäsche und Korruption darstellen. Beide Gruppen müssen im Rahmen von Compliance- und AML-Prüfungen identifiziert werden, jedoch aus unterschiedlichen Gründen.

Warum ist es für ein Unternehmen wichtig, wirtschaftlich Berechtigte zu identifizieren?

Die Identifikation wirtschaftlich Berechtigter hilft, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere illegale Aktivitäten wirksam zu bekämpfen, indem undurchsichtige Strukturen aufgedeckt werden. Zudem schafft sie Transparenz in Geschäftsbeziehungen und stärkt das Vertrauen von Investoren, Geschäftspartnern und Aufsichtsbehörden.

Welche Rolle spielen Wirtschaftlich Berechtigte bei Finanzkriminalität?

Wirtschaftlich Berechtigte sind entscheidend für die Aufdeckung von Finanzkriminalität, da Täter häufig versuchen, ihre tatsächlichen Eigentums- oder Kontrollverhältnisse zu verschleiern, um Geldwäsche oder Steuerbetrug zu begehen. Die korrekte Identifizierung dieser Personen hilft dabei, die Hintermänner verdächtiger Geldströme sichtbar zu machen und Finanzdelikte wirksamer zu bekämpfen.

Welche Risiken können im Zusammenhang mit wirtschaftlich Berechtigten entstehen?

Werden wirtschaftlich Berechtigte nicht korrekt identifiziert, können versteckte Eigentumsverhältnisse unentdeckt bleiben – ein erhebliches Risiko für Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Betrug und Korruption. Dies kann zu finanziellen Verlusten, Reputationsschäden und regulatorischen Sanktionen führen. Zudem erschwert mangelnde Transparenz eine wirksame interne Kontrolle und Risikobewertung.

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