Due Diligence

Blicken Sie hinter die Kulissen Ihrer Geschäftspartner. Wir haben die wichtigsten Eckdaten zu Due Diligence für Sie zusammengestellt.


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Definition und Bedeutung: Was ist Due Diligence?

Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, Geschäftspartner, Lieferanten und Investitionsziele zuverlässig zu prüfen – bei gleichzeitig steigenden regulatorischen Anforderungen und zunehmender Komplexität globaler Lieferketten. Genau hier setzt Due Diligence an.

Die im deutschen Recht verankerte Due Diligence bezeichnet die „im Verkehr erforderliche Sorgfalt“. Im wirtschaftlichen Kontext beschreibt sie die systematische Prüfung von Unternehmen, Organisationen oder Personen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse. Ein typisches Beispiel ist die Analyse eines Zielunternehmens im Rahmen einer geplanten Übernahme – etwa im Hinblick auf Finanzlage, Vertragsstrukturen oder Compliance-Prozesse. Doch auch bei der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern spielt Due Diligence eine zentrale Rolle.

Wer gilt als Geschäfts­partner?

Das Deutsche Institut für Compliance (DICO) definiert Geschäftspartner als „jeden, der mit einem Unternehmen in geschäftlichem Kontakt steht und nicht Mit­arbeiter oder Organ des Unter­nehmens ist“. Unabhängig vom Umfang oder der Bedeutung der Geschäfts­beziehung zählen dazu Kunden, Lieferanten, Sub­unternehmer, Vertriebs­beauftragte, Berater und Partner in Joint Ventures sowie kleinste Dienstleister und Intermediäre.

Warum ist Due Diligence wichtig?

Due Diligence ist ein zentrales Instrument, um Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte geschäftliche Entscheidungen zu treffen. Sie kommt in unterschiedlichen Situationen zum Einsatz – etwa bei M&A-Transaktionen, beim Onboarding neuer Geschäftspartner oder zur Sicherung globaler Lieferketten.

Angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen, komplexer Geschäftsbeziehungen und globaler Märkte ist eine strukturierte Due-Diligence-Prüfung für Unternehmen heute unerlässlich. Sie hilft dabei, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und potenzielle Risiken systematisch zu identifizieren und zu bewerten. Eine kontinuierliche Überprüfung von Geschäftspartnern und Marktumfeldern trägt insbesondere dazu bei, vier wesentliche Risikoarten zu minimieren:

Rechtliche Risiken

Durch Due Diligence können Unternehmen vermeiden, über Geschäftspartner oder innerhalb der Lieferkette – etwa durch Subunternehmer – mit Korruption, Bestechung oder Geldwäsche in Verbindung gebracht zu werden.

Finanzielle Risiken

Die Zusammenarbeit mit nicht-integren Geschäftspartnern kann erhebliche finanzielle Folgen haben. Im Jahr 2025 beliefen sich AML-, KYC- und Compliance-Strafen weltweit auf rund 3,8 Milliarden US-Dollar.

Reputationsrisiken

Negative Schlagzeilen über Geschäftspartner können sich direkt auf das eigene Unternehmen auswirken. Selbst wenn ein Unternehmen compliant handelt, kann Fehlverhalten Dritter zu nachhaltigen Imageschäden führen.

Wirtschaftliche Risiken

Insbesondere bei Unternehmensübernahmen oder Investitionen ist Due Diligence entscheidend, um die Qualität eines Zielunternehmens zu bewerten, Risiken zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Was wird bei einer Due-Diligence-Prüfung überprüft?

Im Rahmen der Due Diligence werden verschiedene Aspekte analysiert, um ein umfassendes Risikobild zu erhalten:

  • Unternehmensstruktur und Sitz (z. B. zur Identifikation von Briefkastenfirmen oder komplexen Beteiligungsstrukturen)
  • Finanzkennzahlen und Bilanzen (zur Bewertung der wirtschaftlichen Stabilität)
  • Sanktions- und PEP-Listen (zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben)
  • Negative Medienberichterstattung (zur Einschätzung von Reputationsrisiken)
  • Verflechtungen und wirtschaftlich Berechtigte (zur Identifikation potenzieller Risiken im Hintergrund)

Arten von Due Diligence

Je nach Risiko und Anwendungsfall kommen unterschiedliche Formen der Due Diligence zum Einsatz:

Onboarding Due Diligence

Prüfung des Geschäftspartners bei der Aufnahme einer neuen Geschäftsbeziehung.

Ongoing Due Diligence

Laufende und regelmäßige Prüfung bestehender Geschäfts­partner.

Simplified Due Diligence

Vereinfachte Prüfung eines Geschäfts­partners bei niedriger Risikobewertung.

Enhanced Due Diligence

Erweiterte Prüfung von Kontakten bei erhöhtem Risiko.

Enhanced Due Diligence bei Hochrisiko-Partnern

Bei der Enhanced Due Diligence (EDD) werden Geschäftspartner, Personen oder Unternehmen, die als besonders risikoreich eingestuft werden, einer vertieften Prüfung unterzogen. Im Deutschen wird EDD auch als erhöhte oder verstärkte Sorgfaltspflicht bezeichnet.

Im Unterschied zur Standard Due Diligence, bei der grundlegende Informationen erhoben und bewertet werden, umfasst die Enhanced Due Diligence eine deutlich detailliertere Analyse. Dazu zählen unter anderem:

  • der erweiterte Abgleich mit Sanktions-, Watch- und PEP-Listen
  • eine tiefgehende Analyse der wirtschaftlichen Verhältnisse
  • die Auswertung externer Informationsquellen, wie z. B. Medienberichte
  • die Prüfung von Unternehmensstrukturen und wirtschaftlich Berechtigten

Ein einheitlicher Kriterienkatalog für die Anwendung von Enhanced Due Diligence existiert nicht. Allerdings nennt das Geldwäschegesetz (GwG) beispielhafte Risikofaktoren, bei deren Vorliegen eine vertiefte Prüfung erforderlich ist. Dazu gehören insbesondere:

  • Politisch exponierte Personen (PEPs)
  • Unternehmen mit komplexen oder intransparenten Eigentümerstrukturen
  • Geschäftsbeziehungen mit privaten Banken
  • Auffällige oder anonyme Transaktionen in der Geschäftshistorie
  • Geschäftspartner mit Bezug zu sanktionierten oder embargobelegten Ländern
  • Länder mit unzureichenden Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT)
  • Hochrisiko-Länder gemäß EU-Geldwäscherichtlinie

Gesetzliche Grundlagen und regulatorische Anforderungen

Die Bedeutung von Due Diligence nimmt weltweit zu. Immer mehr Länder verschärfen ihre Vorschriften zur Bekämpfung von Korruption, Geldwäsche und Menschenrechtsverletzungen. Viele dieser nationalen Gesetze haben auch Auswirkungen auf die internationalen Handelsbeziehungen.

Zu den wichtigsten Regelungen zählen:

  • Geldwäschegesetz (GwG): Verpflichtet Unternehmen, ihre Geschäftspartner zu identifizieren, Risiken zu bewerten und Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung umzusetzen.
  • UK Bribery Act: Gilt als eines der strengsten Anti-Korruptionsgesetze weltweit und verpflichtet Unternehmen, angemessene Maßnahmen zur Verhinderung von Bestechung – auch durch Dritte – nachzuweisen.
  • Foreign Corrupt Practices Act (FCPA): US-amerikanisches Gesetz, das Unternehmen weltweit verbietet, ausländische Amtsträger zu bestechen, und strenge Anforderungen an Buchführung und interne Kontrollen stellt.
  • UK Modern Slavery Act: Verlangt von Unternehmen Transparenz über Maßnahmen zur Verhinderung von moderner Sklaverei und Menschenhandel in ihren Lieferketten.

Diese Vorschriften haben häufig extraterritoriale Wirkung und betreffen auch deutsche Unternehmen, wenn sie international tätig sind. Für Unternehmen bedeutet das konkret: Sie müssen Geschäftspartner systematisch prüfen, Risiken dokumentieren und ihre Prozesse kontinuierlich überwachen, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Due Diligence in 2026 strukturiert umsetzen

Wie läuft die Due-Diligence-Prüfung ab?

Eine umfassende Due-Diligence-Prüfung im Rahmen eines risikobasierten Ansatzes beansprucht erhebliche Ressourcen. Valide Daten und automatisierte Abläufe sind die Basis für einen fehlerfreien und effizienten Prüfungsprozess, der im Wesentlichen in folgenden Schritten abläuft:

Schritt Beschreibung
1. Planung
  • Identifikation des Vertrags­partners
  • Festlegung des Umfangs und der notwendigen Ressourcen
2. Informations­sammlung
  • Sammlung von Informationen über den Vertragspartner, einschließlich Finanz­informationen und rechtliche Dokumente.
3. Prüfung 
  • Abgleich mit globalen Sanktionslisten sowie Watch- und Blacklisten
  • Ermittlung von Wirtschaftlich Berechtigten
  • PEP-Prüfung
4. Analyse und Risikobewertung
  • Analyse der gesammelten Informationen
  • Identifizierung von Schwach­stellen und potenziellen Risiken
5. Dokumentation
  • Erstellung eines Due-Diligence-Reports, der die Ergebnisse der Prüfung zusammenfasst
6. Überwachung
  • Festlegung und Evaluierung von Prüfzyklen
  • Monitoring des Vertragspartners, um sicherzustellen, dass identifizierte Schwachstellen behoben werden

Unterstützung bei der Due-Diligence-Prüfung

Aufgrund der steigenden Anforderungen und der Komplexität von Geschäftsbeziehungen ist die Durchführung einer Due-Diligence-Prüfung oft ressourcenintensiv. Viele Unternehmen stoßen dabei an Grenzen – sei es durch fehlende Kapazitäten oder eingeschränkten Zugang zu aktuellen und verlässlichen Informationen.

Manuelle Prozesse und einfache Checklisten bieten zwar einen ersten Überblick, reichen jedoch häufig nicht aus, um Risiken vollständig und effizient zu bewerten. Je höher das Risikopotenzial, desto wichtiger sind strukturierte und skalierbare Prüfprozesse. Unternehmen setzen daher zunehmend auf datenbasierte Technologien, um Due-Diligence-Prozesse zu automatisieren, relevante Informationen zentral zu bündeln und Risiken kontinuierlich zu überwachen.

LexisNexis unterstützt Sie dabei mit leistungsstarken Lösungen für eine effiziente und nachvollziehbare Risikoprüfung:

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Häufig gestellte Fragen

Due Diligence bezeichnet die sorgfältige Prüfung eines Unternehmens, einer Person oder eines Geschäftspartners, um Risiken zu identifizieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Sie umfasst wirtschaftliche, rechtliche und finanzielle Aspekte und ist insbesondere bei Investitionen, Unternehmensübernahmen oder neuen Geschäftsbeziehungen relevant.

Eine Due-Diligence-Prüfung ist immer dann erforderlich, wenn Unternehmen neue Geschäftsbeziehungen eingehen, Investitionen tätigen oder regulatorische Anforderungen erfüllen müssen. Typische Anwendungsfälle sind M&A-Transaktionen, das Onboarding von Geschäftspartnern sowie die Einhaltung von Compliance- und Geldwäschevorschriften.

Due Diligence hilft dabei, rechtliche, finanzielle, reputationsbezogene und wirtschaftliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Dazu zählen beispielsweise Verstöße gegen Compliance-Vorgaben, finanzielle Instabilität von Geschäftspartnern oder negative Medienberichterstattung.

Unternehmen können ihre Due-Diligence-Prozesse durch den Einsatz datenbasierter Technologien effizienter gestalten. Automatisierte Prüfungen, zentralisierte Datenquellen und kontinuierliches Monitoring helfen dabei, Risiken schneller zu identifizieren und Prozesse revisionssicher zu dokumentieren.

Fragen zur Due Diligence?

Unsere Experten unterstützen Sie bei der Bewertung von Geschäftsrisiken, der Prüfung von Geschäftspartnern und der Umsetzung regulatorischer Anforderungen. Nehmen Sie Kontakt auf, um Ihre individuellen Anforderungen zu besprechen.